Pflegestufe III - Schwerstpflegebedürftigkeit

Als die Pflegeversicherung eingeführt wurde, musste entschieden werden, wer und in welchem Umfang Leistungen bekommen kann. Dazu wurden drei Pflegestufen eingeführt. Es wurden politische Entscheidungen getroffen um zu vermeiden, dass die Zahlungen ausufern. Einerseits wird bei der Einstufung ein deutlicher Schwerpunkt auf den Bereich gelegt, der als Grundpflege bezeichnet wird. Es wird berücksichtigt was nötig ist um Körperpflege, Kleidung, Toilettengänge, Nahrungsaufnahme und dazu nötige Wege zu bewältigen. Hilfen bei der Freizeitgestaltung, allgemeine Beaufsichtigung und Betreuung, aber auch ärztlich verordnete Maßnahmen der häuslichen Krankenpflege spielen bei der Einstufung kaum eine Rolle.
Werden die Voraussetzungen für die Pflegestufe I nicht erfüllt, heißt das nicht, dass keine pflegerische Hilfe nötig wäre.

Die Pflegestufe III „Schwerstpflegebedürftigkeit“ beginnt, wenn täglich, durchschnittlich mindestens fünf Stunden Hilfe geleistet werden muss und davon mindestens vier Stunden auf die Grundpflege entfallen und der konkrete Hilfebedarf jederzeit, auch nachts gegeben ist (Rund-um-die-Uhr). Die schlichte Verlagerung von Pflegemaßnahmen in die Nachtstunden (22.00 Uhr - 6.00 Uhr) reicht nicht aus (die BRi dazu).
Beispiel:
Eine Dame lebt im Haushalt der Tochter. Sie benötigt Anleitung beim Waschen von Gesicht, Händen und Intimbereich. Teilweise und bei Bedarf vollständige Übernahme beim Waschen des übrigen Körpers, beim Kämmen, der Zahnpflege, Ankleiden. Beim Essen geht die Anleitung oft in die Übernahme über. Mehrmals täglich muss die Dame zur Toilette geführt werden. Regelmäßig ein bis zweimal in der Nacht, da auch nachts der Wirkung des Inkontinenzmaterials nicht vertraut wird. Anschließend ist eine Intimpflege erforderlich. Bei allen Gängen in der Wohnung muss die Dame begleitet werden. Das Gehen am Rollator ist mühsam und langwierig.
Hier sind meist die Voraussetzung der Pflegestufe III erfüllt.

Härtefallregelung
Sind die Voraussetzungen der Pflegestufe III erfüllt, übersteigt die geleistete Pflege diese Bedingungen aber noch deutlich, kann die Härtefallregelung in Anspruch genommen werden. Sie greift wenn
- auch nachts regelmäßig zwei Pflegepersonen gleichzeitig benötigt werden (z.B. zur Lagerung eines übergewichtigen Menschen)
oder
- die Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität (Grundpflege) täglich durchschnittlich sieben Stunden erfordert, wobei mindestens zwei Stunden auf die Nacht entfallen müssen.
(die BRi dazu)

Bei Pflegestufe III wird ab dem 1.1.2010
685 Euro Pflegegeld bzw. 1.510 Euro (in Härtefällen 1.918 Euro ) als Sachleistung ausgezahlt.

Aufzaehlung Pflegestufe 0
Aufzaehlung Pflegestufe I
Aufzaehlung Pflegestufe II


Quelle: BRi, Seite 76f, §15 SGB XI

Platzhalter Adobe reader runterladen